NaturSeifen

Der Unterschied zwischen Seifen und NaturSeifen

 

Woran erkenne ich Handgemachte NaturSeifen?

Seifen und NaturSeifen, Kosmetik und Naturkosmetik unterscheiden sich in Rohstoffen, Herstellung, Aussehen, Lagerfähigkeit, Haltbarkeit und Hautverträglichkeit. Sehr oft stehen die Worte Natur/natürlich und Bio auch auf herkömmlicher Seife und Kosmetik und suggerieren dem Kunden ein gutes, echtes Naturprodukt, was aber oft nicht der Fall ist. Die Begriffe Natur und Bio sind nicht vom Gesetzgeber geschützt und nicht immer ist ein Label der alleinige Garant für natürliche Rohstoffe und handwerkliche Herstellung.

Für den Verbraucher ist es nicht leicht, diesen Unterschied auf den ersten Blick festzustellen, zumal die Inhaltsangaben auf der Verpackung nicht in deutsch sondern in INCI, also in einer für den Laien unverständlichen Fachsprache, geschrieben werden. Eine Deklarationspflicht in deutscher Sprache ist meiner Meinung nach unbedingt wünschenswert.

Vertrauen, das Gefühl des Kunden, bei diesem Hersteller gut aufgehoben zu sein, entsteht nicht zuletzt durch umfassende Information und Transparenz, also auch durch eine deutschsprachige Auflistung der Inhaltsstoffe. Eine wichtige Grundlage dafür ist auch waches und kritisches Nachfragen seitens des Herstellers beim Rohstofflieferanten, was Gewinnung und Qualität der Rohstoffe betrifft.

SilviaSeifen hat höhere Ansprüche bezüglich der Qualität der Produkte und der Herkunft der Rohstoffe als die meisten der bestehenden Labels für Naturkosmetik es vorschreiben.

Meine Definition von "Handgemachten NaturSeifen"

Handgemachte NaturSeifen sollten in möglichst hohem Ausmaß den folgenden Kriterien entsprechen:

Ein achtsamer und liebevoller Umgang bei der Behandlung der Rohstoffe und der Herstellung der Seifen rundet die Harmonie zwischen Mensch, Umwelt und Natur ab und ist in jedem Stück NaturSeife zu erleben und zu genießen - in Pflege, Farbe, Duft und Gefühl.

 


I. Die unterschiedlichen Rohstoffe und ihre Qualität.

Rohstoffe für kosmetische Produkte können sowohl synthetisch als auch natürlich sein. Und nicht immer sind chemische Zusatzstoffe nur schlecht. Andererseits können auch natürliche Rohstoffe allergische Reaktionen auslösen.

Natürliche und nachwachsende Rohstoffe

sind Pflanzenöle und -butter, Kräuter, Meersalz, Honig, Seide, Mineralerden, Milchprodukte, naturreine ätherische Öle u.v.m.. Bei ihnen wird auf Herkunft und Verarbeitung, auf kontrolliert biologischen Anbau und fairen Handel geachtet.

Je weniger ein Rohstoff aus der Natur weiterverarbeitet (also raffiniert, gefärbt, geschmacks- verbessernd, gebleicht, rieselfähig gemacht, konserviert, sterilisiert, pasteurisiert) wird, sondern „nur" geerntet, gereinigt, gepresst, abgebaut, gewaschen wird, um so natürlicher ist er und umso mehr wertvolle Inhaltsstoffe für die Haut bleiben erhalten, wie z.B. Mineralien, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren.

Naturprodukte sehen mehr „rustikal“ und natürlich aus, die Farben sind nicht so kräftig, das Weiß ist nicht so weiß (weil nicht künstlich gebleicht) - aber sie tun der Haut gut. Ein kaltgepresstes Pflanzenöl aus biologischer Herkunft hat immer einen typischen Eigengeruch, den die Kunden von der Kaufkosmetik her nicht kennen und auch zum großen Teil nicht wollen. Es ist nicht so klar wie raffinierte Öle, hat eine kürzere Haltbarkeit und muss bei Herstellung und Lagerung pfleglicher und sorgsamer behandelt werden.

Die wunderbaren Pflegeeigenschaften der kaltgepressten Pflanzenöle, Kräuter, Heilerden, der naturbelassenen Salze, des Honigs u.a. können nur naturbelassen ihre hilfreiche Wirkung voll entfalten.

Synthetische Rohstoffe

wie Silikon, Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, synthetische Düfte, Kosmetikfarben und Paraffin, werden hauptsächlich bei industriell hergestellter Kosmetika (Kaufkosmetik) verwendet. Kaufkosmetik soll eben preiswert sein, makellos ausschauen, gut riechen und jahrelang haltbar sein.

Paraffin z.B. wird aus Erdöl raffiniert. Es ist preiswert, leicht verfügbar, industriell leicht zu verarbeiten, nahezu unverderblich, einigermaßen gut verträglich – hat aber keinerlei Pflegewirkung. Es legt sich als eine geschlossene Schicht über die Haut und lässt sie nicht mehr atmen. Diese wachsartige Schicht ist auch schwer wieder abwaschbar. Paraffin ist in fast allen Kaufkosmetika zu finden, in Babyprodukten genau so wie in luxuriöser Kosmetik.

Auch Pflanzenöle können durch einen Raffinationsprozess gewonnen werden. Schonende Raffination gibt es nicht. Sie wird immer mit Einsatz von chemischen Stoffen und unter hohen Temperaturen durchgeführt. Das sichert zum einen eine höhere Ausbeute als Kaltpressung und verlängert zum anderen die Haltbarkeit des Öls, führt allerdings auch zum Verlust von wertvollen Mineralien und Vitaminen.

Ein raffiniertes Öl ist zwar natürlicher Herkunft, gehört aber aufgrund der Verfahrensweise bei seiner Gewinnung nicht mehr zu den Natur-Rohstoffen und somit auch nicht mehr in eine NaturSeife.

 


II. Handgemachte Seifen

Bei der Verseifung entsteht natürliches Glycerin, zudem enthalten Handgemachte Seifen unverseifte Anteile rückfettender Öle. Sie haben aus diesem Grund auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum.

Die Seifen werden in kleinen Stückzahlen handwerklich hergestellt.

Es können sowohl synthetische, raffinierte und natürliche Rohstoffe und weitere Zusatzstoffe wie Mineralien, Honig, Salz, Milch, Seide, Kräuter u.a. verwendet werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Rohstoffqualitäten unterscheide ich zwischen:

A : "Handgemachte Pflanzenölseifen"

Sie bestehen meistens aus raffinierten Pflanzenölen, Kosmetikfarben (synthetisch) und Parfümölen, manchmal auch in Kombination mit Mineralien und den oben genannten Zusatzstoffen.

und

B: "Handgemachte NaturSeifen"

Sie enthalten natürliche Rohstoffe und sind soweit möglich aus kontrolliert biologischem Anbau, erster Kaltpressung und fairem Handel.

Handarbeit, geringe Stückzahlen und hohe Rohstoffpreise machen Handgemachte NaturSeifen wesentlich teurer als andere Seifen.

Durch den überwiegenden Anteil naturbelassener Rohstoffe sinkt die Gefahr von Hautirritationen.

In diesem Zusammenhang halte ich auch eine deutschsprachige Deklaration für sehr wichtig, damit sich der Kunde genau über die Inhaltsstoffe informieren kann.

 


III. Die verschiedenen Seifenarten

Kernseifen

werden meist aus Fetten geringerer Qualität gewonnen und sind keine pflegenden Seifen, da sie nicht rückfettend sind. Aus diesem Grund sind sie auch jahrelang haltbar.

Es werden in der Regel keine Düfte, keine Farbstoffe und keine chemischen Zusatzstoffe benutzt. Das hautpflegende Glycerin ist in der fertigen Seife nicht mehr vorhanden.

Kernseifen waren hauptsächlich zum Wäschewaschen gedacht und dienten als Grundlage für Feinseifen.

Feinseifen

sind pillierte (gemahlene) Kernseifen, die mit Zusätzen (Düften, Farben) versehen werden, um sie pflegender und wohlriechender zu machen. Diese Zusätze können sowohl natürlicher als auch chemischer Herkunft sein.

Industrieseifen

entstehen maschinell, mit geringem Zeitaufwand, durch langes Kochen unter hohen Hitzegraden und haben eine geringe Rückfettung. Meist kommt hier noch Paraffin zum Einsatz. Für Schaumförderung, Aussehen und Festigkeit werden nachträglich Zusatzstoffe, oft synthetischer Herkunft, eingesetzt. Es wird eine sehr feste, gut riechende, gut schäumende und haltbare Seife gewünscht. Bandarbeit, große Stückzahlen und geringe Rohstoffpreise erklären die niedrigen Stückpreise.

Diese Gesamtkonstellation kann allerdings Hautirritationen durch Austrocknung (wie Hautspannen, -rötungen und -jucken) hervorrufen.

Flüssigseifen

entstehen durch Zugabe von Wasser und benötigen deshalb immer Konservierungsstoffe. Außerdem sind viele chemische Stoffe (Stabilisatoren, Farbstoffe, Duftstoffe, Schaumförderer, Konsistenzgeber) zugesetzt, die für ein Produkt sorgen, wie es heute von vielen Kunden erwartet wird: makelloses Aussehen, Cremigkeit, toller Duft, viel Schaum, einfache Handhabung. Hautirritationen durch Austrocknung sind auch hier nicht auszuschließen.

Schmierseifen

sind flüssige bis halbfeste Seifen, die aus Kalilauge und preiswerten Fetten oder Ölen hergestellt werden.

 

Copyright ©2017  www.silviaseifen.de  -  Alle Rechte vorbehalten. 

Aktualisiert am 04.09.2017